Tiny House bauen – in Eigenregie zum mobilen Haustraum

Baupläne für Hausbau

Tiny Houses sind kostengünstig, inspirierend und fordern die Experimentierfreudigkeit heraus. Sie können ein Mini-Eigenheim schlüsselfertig kaufen oder Ihr ganz persönliches Tiny House bauen. Selbstbauer können zudem Kosten sparen. Deshalb wurden die kleinen Häuser auch in mageren Zeiten „erfunden“ und stetig weiter entwickelt. Im ersten Teil unserer Serie Tiny House Deutschland – komfortabel günstig haben Sie bereits einiges erfahren über die Grundidee und deren Entwicklung.

Wer nun auf schnellstem Weg zu seinem mobilen Minihaus kommen möchte, bekommt in Tiny House kaufen – das sollten Sie darüber wissen wichtige Tipps. Ausserdem nennen wir Ihnen Adressen von Herstellern im In- und Ausland. Falls Sie zuerst Kassensturz machen möchte, finden Sie in Tiny House Kosten – so wenig kostet Sie Ihr mobiles Eigenheim Zahlen, Daten, Fakten.

ANZEIGE

Sie möchten selbst Ihr ganz persönliches Tiny House bauen, statt es von einem der zahlreichen spezialisierten Handwerksbetriebe erstellen zu lassen? Dafür haben wir Ihnen viele Tipps und hilfreiche Adressen zusammengestellt.

Tiny House bauen bedeutet, von unten anzufangen

Der Reiz eines Tiny House liegt in der Ungebundenheit und Flexibilität. Dazu benötigen Sie einen fahrbaren Untersatz, nämlich einen Trailer. Aber nicht irgendeinen Trailer, sondern einen qualitativ hochwertigen und überaus stabilen. Dieser sollte nicht nur das Gewicht des fertigen Eigenheims tragen können, sondern auch von den Maßen her zum Aufbau passen. Ihre Hauspläne und Ihr Trailer müssen daher unbedingt aufeinander abgestimmt sein. Ein solcher Trailer schlägt neu mit 3.000 EUR – 4.000 EUR zu Buche. Wenn Sie Ihr Tiny House bauen, können Sie es jedoch aus Kostengründen zuerst auf Stelzen oder ein Fundament stellen. Später kann es auf einen Trailer umgesetzt werden.

Tiny House bauen woran Sie nicht sparen sollten

Gerade wer Camping- oder Seglererfahrung hat, denkt sofort an den Unterbau eines Wohnwagens. Oder an einen Bootstrailer. Möglichst gebraucht, da günstig. Ist schließlich auch mobil. Stimmt, das ist aber bei einem Wohnwagenunterbau auch schon das Ende der Gemeinsamkeiten. Denn dieser muss selten ein solches Gewicht tragen, wie es der Trailer eines Tiny House tun muss. Holzkonstruktion, Fenster u. ä. bringen bei Ihrem Tiny House ungleich mehr Gewicht auf die Waage bzw. den Trailer, als ein Kunststoffwohnwagen. 3,5 t sollte Ihr fahrbarer Untersatz unbedingt tragen können. Lassen Sie bei Angeboten zu gebrauchten Trailern zusätzlich einen Gutachter prüfen, ob es Schwachstellen gibt.

Wollen Sie selbst Ihr Tiny House bauen, liegen Sie dagegen bei Bootsanhängern gar nicht falsch. Das geringe Eigengewicht, die Stabilität und die Maße passen durchaus zu den Anforderungen eines Tiny House. Es kommt ein Starrdeichselanhänger mit Tandemachse oder ein Drehschemelanhänger mit zwei Achsen infrage. Eine Auflaufbremse ist Pflicht.

Die Ladefläche sollte selbstverständlich eben sein. Dabei unterscheidet man zwischen Anhängern, deren Ladefläche tief zwischen den Rädern liegt (mit oder ohne umbauten Radkästen) oder über den Rädern angesiedelt ist. Je nach Lage der Ladefläche ist die Breiten- und Höhenausnutzung besser oder schlechter.

Tiny House bauen als Ausbauversion oder frei geplant?

Detaillierte Baupläne und viele Tipps im Internet unterstützen jeden, der selbst sein Tiny House bauen will. Dennoch ist es auch für handwerklich geschickte Laien eine Herausforderung, nicht nur eine stabile Holzkonstruktion zu bauen, sondern auch den ökologischen und technischen Anforderungen gerecht zu werden. Wenn Sie sich die Aufgabe erleichtern wollen, haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Sie können im Internet Bauanleitungen und Baubeschreibungen für Tiny Houses abrufen.
  2. Zusätzlich können Sie sich Unterstützung bei Handwerksbetrieben suchen, die Sie beraten und Ihre einzelnen Arbeitsschritte abnehmen.
  3. Oder Sie greifen zu einer Ausbauversion Ihres Wunsch-Tiny-House und können so die ersten Schritte als Amateur-Handwerker professionell unterstützt vornehmen.

Wollen Sie dennoch selbst Ihr Tiny House bauen, finden Sie hier zwei Anbieter von Bauanleitungen:

ana-white.com

thesmallhousecatalog.com

Beachten Sie bitte, dass deutsche Maße und Straßenverkehrsvorschriften meist nicht mit den Regelungen im Ausland identisch sind.

Ausbauhäuser gibt es z. B. bei diesen Anbietern:

koersmann.de

meyers-tiny-house.de

Es empfiehlt sich, bereits vor dem Baubeginn und währenddessen einen Architekten, spezialisierten Handwerksbetrieb oder Bauingenieur hinzuziehen. Haben Sie sich schon für den künftigen Standort entschieden, ist ein frühzeitiges Gespräch mit den Baubehörden sinnvoll bzw. ein Blick in die Ortsgestaltungsverordnung, den Bebauungsplan und den Flächennutzungsplan. So können Sie in Ihre Planungen und Überlegungen zum Tiny House bauen die Auflagen der Gemeinde einfließen lassen. Fehlende Abstimmung kann ansonsten zu schwerwiegenden Fehlern führen, wenn z.B. keine Pultdächer im Wohngebiet erlaubt sind. Auch das Schwedenrot Ihres Tiny House kann eine Genehmigung verhindern.

10 Tipps und Tricks für Selbstbauer

Ein Tiny House ist ein Wohngebäude, das auf kleinstem Raum viel Komfort und oft auch Technik bietet. Um gegenüber den Behörden die Eignung für eine dauerhafte Bewohnbarkeit zu unterstreichen, sollten Sie beim Tiny House bauen diese Punkte beachten:

  1. Boden und Stabilität des Tiny House sollten so beschaffen sein, dass es auch ohne Trailer aufgestellt werden kann.
  2. Isolierung und Dämmung der Wände, Fenster und Türen sollten nicht nur sommerlichen und winterlichen Anforderungen genügen. Die geltenden Wärmeschutzregeln der Energieeinsparverordnung (EnEV) wollen ebenfalls beachtet werden.
  3. Es kann sein, dass innerhalb Ihres gewählten Standortes eine Nachbarzustimmung zu Ihrem Bauantrag verlangt wird. Informieren Sie sich daher frühzeitig über solche Auflagen.
  4. Auch wenn Sie Ihr Tiny House bauen, um autark darin zu leben, muss es über sämtliche Anschlüsse an das öffentliche Versorgungsnetz verfügen. In vielen Ortssatzungen ist die Anschlusspflicht festgeschrieben.
  5. Fenster und Türen müssen über bruchsicheres Glas verfügen oder für die Fahrt mittels Fensterläden fest verschlossen werden können.
  6. Vergessen Sie nicht den Blitzschutz, der bei Holzkonstruktionen benötigt wird.
  7. Sie möchten eine Fotovoltaikanlage oder eine Kleinwindkraftanlage nutzen? Klären Sie frühzeitig die Genehmigungspflicht. Gerade bei Windrädern gibt es häufig Widerstand in der Nachbarschaft.
  8. Um eine Baugenehmigung zu erhalten, setzt die Landesbauordnung für ein Wohngebäude Bad und Küche voraus. Diese Räume sollten über Tageslicht verfügen oder müssen eine ausreichende Belüftung aufweisen.
  9. Wenn Sie Ihr Tiny House bauen, denken Sie auch an Raumhöhe und Tageslicht im Wohn-/Schlafbereich. Informieren Sie sich in der Landesbauordnung, ob und welche Mindesthöhe für diesen Raum vorgeschrieben ist.
  10. Schon während der Planung sollte ein Statiker eingebunden werden. Da Tiny Houses in Deutschland zur Gebäudeklasse 1 gehören, benötigen sie gemäß der jeweiligen Landesbauordnung einen Standsicherheitsnachweis.

Welche Kosten Sie für Ihr Tiny House einplanen sollten, lesen Sie in Tiny House Kosten – so wenig kostet Sie Ihr mobiles Eigenheim.

Foto: Pixabay/ElasticComputeFarm

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.